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Steuerparadies Kanarische Inseln

31/03/2025
| Gustavo Yanes Hernández
Steuerparadies Kanarische Inseln

Atemberaubende Landschaften, angenehmes Klima, Sonne satt, ein Inselparadies für den perfekten Urlaub – das ist das Erste, was jedem in den Sinn kommt, der schon einmal auf den Kanarischen Inseln war. Allerdings gibt es noch etwas anderes, das unsere spektakulären Inseln– das sage ich natürlich auch als Kanarier - historisch geprägt hat: ihr Sondersteuer- und Freihafensystem aus dem 18. Jahrhundert.

Im Lichte des aktuellen Weltgeschehens, in dem der BEPS-Plan der OECD, das multilaterale Übereinkommen zum Kampf gegen Steuerbetrug und die globale Mindestbesteuerung von 15 % für multinationale Konzerne die Grundlagen der Steuerstruktur von Unternehmen erschüttert haben, können die Kanarischen Inseln als Steuerparadies betrachtet werden.

Bei der Steuerplanung sollte den Inseln besondere Beachtung geschenkt werden, und zwar aus folgenden Gründen: Erstens gibt es die Kanarische Sonderzone (Zona Especial Canaria, ZEC). In dieser Zone zahlen Unternehmen mit Steuersitz auf den Kanaren unter bestimmten Umständen einen reduzierten Körperschaftsteuersatz von 4 %. Dieser ermäßigte Steuersatz könnte durch den globalen Mindestsatz von 15 % beeinträchtigt werden, wobei dem mit einer geeignete Steuerstrategie begegnet werden könnte. Der globale Mindestsatz von 15 % gilt außerdem nur für Konzerne und Unternehmen mit einem Umsatz, laut Konzernabschluss, von mehr als 750 Millionen Euro.

Neben dem reduzierten Körperschaftsteuersatz gibt es die Investitionsrücklage (Reserva para Inversiones en Canarias) für die Kanarischen Inseln, die eine Reduzierung der Körperschaftsteuer-Bemessungsgrundlage um bis zu 90 % ermöglicht, sofern diese Ersparnis für die Reinvestition in bestimmte Vermögenswerte innerhalb eines bestimmten Zeitraums verwendet wird.

Aber das ist noch nicht alles. Im Gegensatz zum spanischen Festland gibt es auf den Kanarischen Inseln höhere Steuerabzüge für Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsmaßnahmen. Während auf dem spanischen Festland Abzüge zwischen 25 % und 42 % der Investitionen in Forschung und Entwicklung möglich sind, können diese auf den Kanarischen Inseln zwischen 45 % und 75,6 % und mehr erreichen. Und der Abzug für technologische Innovation – der in der Praxis viel einfacher anzuwenden ist als der für Forschung – ist auf den Kanaren fast viermal so hoch wie der Abzug im übrigen Staatsgebiet (12 % vs. 45 %). Daneben gibt es noch weitere Anreize, hier soll jedoch nur ein Überblick über die wichtigsten Aspekte gegeben werden.

Hinzukommt, dass die Lebenshaltungskosten viel niedriger sind als in anderen spanischen Städten, dass es Steueranreize zur Gewinnung von Talenten gibt und dass Projekte von der Regierung und öffentlichen Institutionen unterstützt werden. All dies macht die kanarischen Inseln zu einem Paradies in einer sich verändernden Steuerwelt, und dies sollte bei jeder Steuerplanung berücksichtigt werden, sei es für nationale oder internationale Geschäfte.

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