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Rechnungswesen und Nachhaltigkeit: Wie KMU sich anpassen können

31/03/2025
| Michael Lochmann
Rechnungswesen und Nachhaltigkeit: Wie KMU sich anpassen können

In den letzten Jahren hat sich die Rechnungslegung weiterentwickelt und umfasst nicht mehr nur finanzielle Ergebnisse, sondern auch Nachhaltigkeitskriterien. Obwohl die Europäischen Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung (ESRS) ab dem 1. Januar 2025 zunächst für große Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern oder einem Umsatz von über 50 Millionen Euro gelten, werden auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) nicht unbeeinflusst bleiben.

Warum sind die ESRS für KMU relevant?

Auch wenn KMU nicht direkt zur Einhaltung der ESRS verpflichtet sind, werden sie aus verschiedenen Gründen beeinflusst:

  • Lieferkettentransparenz: Als Zulieferer oder Subunternehmer können KMU aufgefordert werden, ESG-Informationen bereitzustellen.
  • Finanzierung und Verträge: Nachhaltigkeitsberichte könnten für die Kreditvergabe oder Vertragsabschlüsse erforderlich werden.
  • Zukünftige Vorschriften: Die EU plant vereinfachte Standards für börsennotierte KMU und freiwillige Standards für nicht notierte Unternehmen. Eine frühzeitige Anpassung kann strategische Vorteile bringen.

Integration von Nachhaltigkeit in das Rechnungswesen: Praktische Empfehlungen

Ein praxisnaher und flexibler Ansatz ist entscheidend, um ESG-Kriterien in das Rechnungswesen zu integrieren. Hier einige Ansätze:

1. Digitalisierung und ESG-Datenerfassung

  • Software nutzen, die Energieverbrauch, Abfallmanagement und soziale Auswirkungen erfasst.
  • Automatisierte Berichte zur Effizienzsteigerung und Fehlervermeidung erstellen.

2. Doppelte Wesentlichkeit bewerten

Die “doppelte Wesentlichkeit” bewertet die Auswirkungen des Unternehmens auf die Umwelt sowie die Umwelt- und Sozialrisiken, die das Unternehmen betreffen. Wichtige Fragen für KMU:

  • Sind meine Lieferanten nachhaltig?
  • Wie kann ich meinen CO2-Fußabdruck reduzieren?
  • Welche Ressourcen kann ich effizienter nutzen?
  • Gibt es Recycling- oder Wiederverwendungsoptionen?
  • Sind meine Arbeitspraktiken fair und sicher?

3. Effizienz verbessern

  • Energieeffizienzmaßnahmen und erneuerbare Energien implementieren.
  • Wasserverbrauch und Abfallmengen reduzieren.
  • Telearbeit fördern, um den CO2-Fußabdruck zu verringern.

4. ESG-Basisberichte erstellen

Ein freiwilliger Nachhaltigkeitsbericht kann die Reputation stärken und die Geschäftsbeziehungen verbessern. Relevante Inhalte könnten sein:

  • Energieverbrauch und Abfallreduzierung.
  • Corporate Social Responsibility (CSR)-Initiativen.
  • Faire Arbeitspraktiken und Gleichstellungspolitik.

Fazit

Eine nachhaltige Ausrichtung reduziert regulatorische Risiken und bietet Chancen zur Effizienzsteigerung. KMU, die ESG-Kriterien proaktiv integrieren, sind besser auf künftige Vorschriften vorbereitet.

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