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Es brechen neue Zeiten in Spanien an…oder nicht?

31/05/2016
| Hendrik Schulze
Es brechen neue Zeiten in Spanien an…oder nicht?

Möglicherweise brechen in Spanien bald neue Zeiten an – neue Arbeitszeiten. So gibt es im politischen Betrieb eine rege Diskussion, die auch von den Medien aktiv begleitet wird. El País etwa hat eine detaillierte Graphik veröffentlicht; auch andere Zeitungen wie El Mundo berichten ausführlich. Insbesondere wurde auch mit Deutschland verglichen, Tenor „der Deutsche steht früh auf, isst mittags kurz und ist abends dafür früh zu Hause – der Spanier beginnt später, hat eine lange Mittagspause und arbeitet bis spät“. In der Tat ist es nicht von der Hand zu weisen, dass in Spanien später Arbeitsbeginn und lange Mittagspause dazu führen, dass viele Angestellte ihr Büro nicht vor 19 oder (oft) 20 Uhr verlassen. Der lange Tag in Spanien ist ein kulturelles Phänomen; so wird traditionell auch spät gegessen und der deutsche Fußballfan, der sich inzwischen ans Spitzenspiel am Samstagabend um 18.30h gewöhnt hat, würde in Spanien schon für die Bezeichnung „-abend“ milde belächelt und dürfte regelmäßig bis 22.05 Uhr warten.

Die Arbeitszeiten werden von vielen spanischen Kommentatoren kritisch betrachtet, es wird darauf verwiesen, dass weniger Schlaf und ein „zerrissener“ Arbeitstag zu weniger Effizienz und weniger Zeit für die Familie oder Freizeitaktivitäten, wie etwa Sport, führten. In der Politik gibt es für einen Wechsel, sei es über Anreize oder über Pflichten, eine breite Mehrheit.

Ob es aber tatsächlich zu Änderungen kommt, bleibt abzuwarten. Jetzt sind erstmal Neuwahlen.

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